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28. August 2016

Anderswelt.


Puuuh. Es ist unfaßbar heiß. Inzwischen ist es mir sogar zu heiß zum Dr.-House-gucken. Atmen und daliegen genügt.

Dennoch schreibe ich mit schwitzigen Fingerchen noch ein kurzes Wort zum Sonntag, das diesmal nicht aus der Feder eines griechischen Philosophen stammt, sondern von einer guten Freundin, die den Nagel auf den Kopf getroffen hat:

"Vielleicht sollten wir uns gar nicht so viele Gedanken machen
und das Leben als Geschenk nehmen,
das bei jedem einfach anders aussieht"

Willkommen in der Anderswelt! Doch der entscheidende Hinweis ist das Geschenk... Und ein Geschenk macht freudig und dankbar - wenn man es schätzt und annimmt!

27. August 2016

Hausbesuche.


Jaja, auch wenn die Buddhisten sagen, dass es im Sommer warm und im Winter kalt ist, so ist es dieses Sommerwochenende einfach doch wieder ZU warm. Das kann ich mir nur schwer schön reden. Aber was flüstert mir der Mini-Anfänger-Schmalspur-Buddhist in mir zu: Mach das Beste draus! Starte den Amazon-Prime-Probemonat und zelebriere in Deiner Dunkelkammer einen astreinen Dr.-House-Marathon! Yeah! HÖR AUF DIE STIMME! HÖR WAS SIE SAGT!

Ich bin ja der totale Dr.-House-Späti, ein hoffnungsloser Nachzügler, aber ich liebe es. Auch wenn der Ablauf fast immer identisch ist. Jemand bricht urplötzlich zusammen und spuckt Blut, diverse falsche Diagnosen werden getroffen, bis Dr. House die finale, lebensrettende Eingebung hat, und in letzter Sekunde die fast schon eingeleitete Amputation/Chemotherapie/Lumbalpunktion verhindern kann. Und meistens wird auch überlebt. Und Dr. House ist gemein, menschenverachtend, genial. - Während mich die Diagnosen nur mäßig interessieren, fasziniert mich umso mehr die Figur Dr. House.

Haha, und während neulich jemand im Amt total erstaunt war, dass ich spontan wußte, was das für eine Diagnose war, die auf dem Kostenantrag stand, konnte ich gleich von meinem zweifelhaften medizinischen Serienhalbwissen profitieren. "Woher weißt Du denn SOWAS?" - "Na, ich guck Dr. House." Der schickt dann noch sein Team in die Wohnung des Patienten, um alles nach Substanzen und Pestiziden zu untersuchen und gibt meist erstmal Steroide. Das fiele hierzulande eher unter Hausfriedensbruch, hihi.

Während also die Welt da draußen am Badesee plantscht, den Sonnenschutz bis an die Belastungsgrenze ausreizt, den Rasenmäher dröhnen und den Grill glühen läßt, bekomme ich also House-Besuche in Überdosis. Das ist okay. Denn das dürfte das letzte Aufbäumen des Hochsommers sein, und dann kommt meine Zeit. Dann kann ich wieder entspannt spazieren gehen.... und die restlichen 28 Tage meines Probe-Abos "Dr. House" bis zum großen Finale gucken!

Und überhaupt noch eine Woche arbeiten - dann hab ich endlich Uuuuuurlaub! Seit meinem Arbeitsbeginn am 1. April hatte ich nicht einen Tag frei. Das wird jetzt auch Zeit. Und wer jetzt fragt, ob ich wegfahre, ist definitiv kein Stammleser hier... :-D.

Schönes Wochenende & eine baldige Abkühlung.
Sei lieb zu Dir!

24. August 2016

Zickig.


"Du bist aber ganz schön zickig." meinte heute - immerhin lachend - meine Kollegin zu mir. Natürlich bin ich auch manchmal zickig. Das will ich auch gar nicht bestreiten. Ich bin auch ziemlich schnell eingeschnappt. Und es gibt auch Tage, da bin ich einfach unleidlich. Ansonsten findet mich die Kollegin ja auch "süß", sagt sie.

Aber häufig bin ich gar nicht zickig, sondern einfach nur ehrlich. Weil ich mich nicht mehr so anstrenge, unbedingt dazu gehören zu müssen. Weil ich meine Grenzen setze und diese auch kund tue. Weil ich möchte, dass es auch mir gut geht und ich nicht mehr aus Höflichkeit in Situationen ausharre, die mich überfordern. Und wenn ich dann nicht DAS gut finde, was alle gut finden, bin ich eben zickig. Und wenn ich nicht mit der Herde mitziehe, bin ich eben zickig.

Apropos Herde: Unser tolles Abteilungs-Sommerfest wurde mangels Interesse abgesagt. Haha, da bin ich wohl nicht die einzige ungesellige Ziege. Das hat mich ehrlich überrascht. Wobei die Gründe natürlich vielschichtig gelagert sein können.

Aber zurück zum Zicklein. Was ist besser? Was ist authentischer? Ehrlichkeit oder geheucheltes Interesse? Mitläufertum oder Selbstfürsorge?

Es gibt doch bereits mehr als genug Situationen (insbesondere im Job), wo ich "die Form wahre" und mir gewisse Dinge anschaue und mir meinen Teil denke, oder Sachen erledigen muß, hinter denen ich nicht stehe *that's life*. Da will ich doch zumindest im privateren Bereich einfach So-Sein können. (Was nicht bedeuten soll, jemandem vor den Kopf zu stoßen - der Ton macht die Musik.)

Mit längjährigen Freunden ist das auch kein Ding. Wir kennen uns ja. Aber mit neuen Leuten verfalle ich dann oft - ungewollt - in den Rechtfertigungsmodus, weil ich mich bemüßigt fühle zu erklären, warum ich ungesellig bin / Mittagsschlaf mache / nicht gerne in Urlaub fahre / es genieße alleine zu sein (nein, ich brauche wirklich kein Mitgefühl) / am liebsten zuhause bin. Das ist manchmal aaaaaanstrengend.

Und dabei sind Ziegen doch Herdentiere. Ich kann also gar keine Ziege sein.

*määäääääääh*

22. August 2016

Im Sommer warm, im Winter kalt.



"Im Sommer ist es warm
und im Winter ist es kalt."

- Buddhistische Weisheit


Was will uns das sagen? Es ist wie es ist. Denn da schleicht sich doch in den letzten Zügen des Sommers tatsächlich noch mal eine kleine Hitzewelle an. Da könnte ich mich fragen: "Ist das nötig?". Aber im Sinne meines (lebenslangen) Gelassenheitstrainings lasse ich es diesmal einfach geschehen. Zumal es im Büro immer so kühl ist, dass ich auch bei hochsommerlichen Temperaturen mit Strümpfen und Strickjäckchen vom Wetter gar nichts mitkriege. (Ich hab ja schon ein bißchen Angst, wie es im Winter sein wird. Jaja, ich weiß, kalt eben. Aber ich habe das Gefühl, dass es dort nie richtig warm wird *zitter*. Ich hab schon zur Kollegin gesagt: "Das wird der härteste Winter meines Berufslebens!". Sie lacht dann immer...).

Jedenfalls hat es sich bewährt, einfach mal hinzunehmen, dass es im August heiß werden kann, dass Nachbarshunde kläffen, dass Busse langsam fahren und sich das Universum nicht um mich dreht, und es auch keine Wunschbestellungen ausliefert.

Ich hab gerade ein geniales Buch ausgelesen, von dem ich denke, dass es der einzige Ratgeber ist, den die Welt wirklich braucht. Ach nein, die Bezeichnung "braucht" widerspricht bereits völlig dem Inhalt und der Botschaft des Buches.

Was BRAUCHE ich denn? Ein Dach überm Kopf, was zu Essen und zu Trinken. Schon mal gar nicht so schwer. Läuft! Das sind dann echte Bedürfnisse, die lebensnotwendig sind. Was darüber hinaus geht, sind Wünsche. Ein Wunsch bedeutet "Ach, schön wär das - aber wenn nicht, werde ich das auch überleben." Zu den Wünschen zählen einerseits Konsumgüter und Oberflächlichkeiten *sag ich mal so* wie schlank-schön-erfolgreich und romantische Verklärungen wie die große Liebe. Schön wenn man's hat, aber nicht schlimm, wenn's halt nicht so geklappt hat.

Im Buch gab es das "Obdachlosenexperiment". Wie kann ich trotzdem glücklich sein, auch wenn ich sonst nichts habe? Kann ich mich in die Gesellschaft einbringen? Kann ich trotzdem gut für mich sorgen? Und wenn ich mich auf diese Vorstellung einlassen kann, und erkenne, dass es nicht viel braucht, um glücklich zu sein. Was kann dann noch passieren? - Klingt natürlich erstmal krass, und der Autor geht auch davon aus, dass der Obdachlose in einer entsprechenden Unterkunft leben kann. Für mich klang es ein bißchen wie Minimalismus auf die Spitze getrieben. Ich denke dabei an Anne Donath, die ähnlich genügsam lebt (und glücklich und in sich ruhend wirkt). So weit muß es ja nicht gehen. Aber sich von dem Gedanken zu verabschieden, alles haben zu MÜSSEN (erfüllte Partnerschaft, wohlerzogene Kinder, Doppelhaushälfte, SUV, Anerkennung etc.) ist eine ganz große Erleichterung. Wenn sich Lebensträume nicht erfüllt haben, dann ist das halt so. Kein Grund, das Köpfchen hängen zu lassen und das Lebensglück von diesen äußeren Faktoren abhängig zu machen. Ich kann trotzdem glücklich sein und schauen, womit ich mich beschäftigen kann, was mich erfüllt. In der mir gegebenen Realität.

Wir sind nicht alle mega-durchtrainierte Instagram-Models, die sich wie Transvestiten schminken, in stylishen Altbauten mit Stuck und Parkett wohnen, zwei zuckersüße Kinder mit einem Traummann haben und täglich die leckersten veganen Speisen und köstlichsten Desserts verzehren, ohne dabei auch nur ein Gramm zuzunehmen. Der Lebensunterhalt wird mit dem So-Sein (Lifestyle) verdient - also irgendwas Chicem. Und natürlich sind alle (auch die Kinder) immer gut drauf und ständig auf Reisen. Heute Ibiza, morgen Mykonos, übermorgen New York.

DAS IST NICHT DAS ECHTE LEBEN.

In meiner Ikea-Wohnung mit Laminatboden schleppe ich morgens um 5.20 Uhr die müden Glieder aus dem Bett, restauriere mich im Bad (in der Hoffnung NICHT wie ein Transvestit auszusehen), fahre in meinem Auto (das übelst quietscht) ins Amt zu meinem mies bezahlten Teilzeitjob, langweile mich dort ein paar Stunden, esse in der Kantine Schnitzel mit Pommes, fahre heim, falle in komatösen Mittagsschlaf, drehe anschließend die übliche Spaziergehrunde fürs gute Gewissen und surfe dann im Internet und sehe fern. - Kann ich glücklich sein? Aber ja! Ich fühle mich inzwischen sauwohl in meiner Wohnung, liebe es, keinen Streß mehr im Job zu haben, komme dank Minimalismus völlig mit dem Gehalt klar, genieße es, dass ich so viel Zeit und Freiheit habe. Und ja, ich bin mit wenig glücklich. Und natürlich hadere ich immer mal mit Widrigkeiten. Das ist das Leben. Nicht immer angenehm, aber durchaus lebenswert.

21. August 2016

Kurzes Wort zum Sonntag.

                                                                                                                        Photo: Pixabay


"Der Schlüssel zu guten Beziehungen liegt darin,
jeden um das zu bitten, was er geben kann,
nicht um das, was er nicht leisten kann."

- Rafael Santandreu


Ich hab's ja inzwischen so gar nicht mehr mit diesen schwülstigen Kalendersprüchen à là "Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum" *mir-wird-schlecht* *uuuuäääärgh* *widerlich*. Aber wenn ich ein richtig gutes, knackiges, realitsnah-pragmatisches Zitat sehe, dann will ich es teilen. Ohne Schmusi-Schmusi, Geigenmusik und Pferd ritt in den Sonnenuntergang. Okay, nur ein bißchen Blumenkitsch als Intro *g*.

Dieses Zitat macht die Welt doch gleich so viel einfacher. Es bewahrt vor überfrachteten Erwartungen, befreit vom Perfektionismus, erlaubt das So-Sein und weckt Akzeptanz. Du darfst Du sein und ich darf ich sein.